Das Leben des Frederik Linney

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Das Leben des Frederik Linney

Beitrag  Gast am Do Feb 26, 2009 2:04 am

Das Leben des Frederik Linney.


Vorwort:

In den folgenden Kapitel geht es um das Leben des Frederik Linney und dessen Schicksaal. Zwar werdet ihr immer auf das folgende Kapitel warten müssen, dennoch hoffe ich, dass es euch etwas unterhalten wird.
Natürlich bin ich immer für Kritik offen und hoffe, dass ihr diese mir auch mitteilt. Aber auch Lob ist gerne gesehen!
Geschrieben wird folgendes einzig für die Gilde Dark-Pirates bzw. dessen Wing.
Autor: Pad (Skype), Beth Petri (AoP in Gamename), Patrick Bruder (realer Name)


Kapitel 1 – Wie alles begann


Frederik Linney war einst ein armer kleiner Bauer, welcher sich und seine Familie versorgen musste. Man möge schon fast meinen, dass er für die damaligen Verhältnisse wohlhabend war: Er hatte immer Essen auf dem Tisch, konnte sich einigermaßen gut kleiden und konnte auf seinem Feld sogar zwei Landarbeiter unterhalten. Doch große Sprünge waren trotz seines Lebensstandart nicht möglich, doch diese brauchte er nicht. Es genügte ihm, wenn er sich abends einen Krug Rum genehmigen und drei Mal am Tage eine Mahlzeit auf dem Tisch bringen konnte.
Doch allzu lange konnte er dieses Leben wohl nicht weiterführen. Nicht etwa, weil er es nicht wollte, oder weil seine Geschäfte nicht mehr liefen. Damit hatte er nie Probleme, nein. Es gab etwas, das ihm mehr zu schaffen machte, etwas, dass ihn dazu zwang seine Familie, sein Umfeld und seinen Beruf im Stich zu lassen: Es herrschte Krieg.
Es war noch gar nicht so lange her, da hatte Fred seinen Kindern gesagt: „Krieg, Kinder, Krieg ist etwas, das schlimmer aussieht als es ist. Es geht nur darum Machtverhältnisse zu klären.
Zu der Zeit, zu welcher wir mit unserer Geschichte ansetzen, hätte Fred das seinen Kindern anders erklärt: „Krieg, Kinder, Krieg ist etwas, das schlimmer ist als es aussieht. Es geht darum Machtverhältnisse zu klären, in dem die Großen die Kleinen in den Krieg schicken und so warten, bis ihnen das Volk unter den Fingern wegstirbt!“
Doch dazu hatte er zu der Zeit weiß Gott keine Gelegenheit. Zu der Zeit war er nämlich Matrose bei der englischen Marine. Und so kam es, dass er seinen Acker, seine Frau und seine drei Kinder hatte verlassen müssen:
Natürlich hatte er mit seinen 42 Jahren schon längst, man würde heute sagen Wehrdienst, hinter sich gelassen, doch wie es im Kriege so ist, hatte man ihn eines Nachts überrumpelt und mitgeschleppt. Den Großen, so wusste man, war es schließlich egal, ob jemand Haus und Hof zu unterhalten hatte. Im Ernstfall musste eben jeder Mann sein Bestes geben.
Mitgeschleppt hatte man ihn und schon tags drauf war er auf einem prächtigen Schiffe, welches aus dem Hafen fuhr und sich in Richtung Spanien begab, bereit Opfer zu bringen und genauso bereit, dem Feinde um Opfer zu bringen.

Natürlich wird man sich fragen, weshalb sich Spanien und England bekriegt hatten. Nun, diese Frage ist eigentlich einfach zu beantworten: Es gab Schätze im Meer, und sowohl Franreich, als auch Spanien hatten Besitzansprüche erhoben, und wie es in der damaligen Zeit der Piraten so üblich war, wollte man diese Ansprüche mit einem Kampfe verteidigen. Wobei diese Verteidigung bald zu Eroberung und schließlich zum Kriege führte. Nun wurde nicht nur auf dem Meere gekämpft und getötet, sondern auch auf Inseln und auf dem Festland. In Städten und Dörfern, auf Flüssen und Ackern und in Wäldern und Seen.
Und so kam es dazu, dass der kleine Bauer Frederik Linney seinen Hof verlassen und in den Kriege ziehen musste, bewaffnet mit Musketen und Säbeln und belastet mit der Erwartung den Feind zu töten und das Land zu verteidigen.

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Re: Das Leben des Frederik Linney

Beitrag  Gast am Do Feb 26, 2009 8:34 pm

Kapitel 2 – Die tote Crew

Unsere Geschichte beginnt in einer dunklen und regnerischen Nacht. Die Man O War, auf der Fred war, lag im unruhigen Wasser einer Bucht. Zu beiden Seiten der Man O War ragten hohe Felswände in den Himmel. Während Gischt und Wellen von unten gegen die kalten Wände knallten, peitschte der Regen von oben auf den Stein. Der Wind pfiff auf dem Schiff, sodass die ganze Mannschaft unter Deck gegangen war. Keine rechnete in dieser stürmischen Nacht mit einem Angriff der spanischen Flotte, wo die Crew doch erst seit wenigen Tagen aus dem englischen Hafen gefahren war.
Doch während die einen unter Deck Poker um den letzten Krug Rum spielte, waren andere Piraten auf der Lauer. Nahezu lautlos im tosenden Sturm schlich sich die Barke an die Galeone heran. Man hörte den Pfiff des Anführers der Meute, und schon da war klar, dass es sich zwar um Engländer handelte, aber keineswegs um Verbündete. Dieser Pfiff war das, was die Leute im ganzen Lande zum erschaudern brachte. Es war der Pfiff des legendären Darksparrow.
Doch dieser Pfiff glich so dem Pfiff des Windes, dass kein Matrose auf die Idee kam, dass ein gefürchteter Pirat das Schiff der Marine plünderte, bis …
„Tötet die Matrosen, bringt den Kapitän, plündert die Vorräte!“
Unter Deck wurde es mit einem Mal still. Der Schock stand allen im Gesicht geschrieben. Oben auf dem Deck hörte man die ersten Schreie, Schüsse waren zu hören. Sekunden vergingen, bis Fred und die anderen sich rührten, aufsprangen, Musketen und Säbel griffen und auf das Deck stürmten. Dort war solch ein Chaos, wie man es sich nicht vorstellen vermag. Blitze erhellten die Schlacht. Man konnte nicht unterscheiden, wer Freund und wer Feind war.
„Verteidigt das Schiff!“, schrie Kapitän Rauti seine Mannschaft an. Fred, welcher mit der Situation total überfordert, lud seine Waffe und schoss. Zwischen all dem Geschreie hörte er den Schrei seines Opfers. Wen er getroffen hatte wusste er nicht, und er machte sich auch keine Gedanken darüber, denn im selben Moment war erneut ein Schuss zu hören.
Fred spürte, wie es sein Hemd zerriss. Er krümmte sich vor Schmerz. Eine Kugel hatte ihn von hinten in die Schulter getroffen. Er wollte schreien, doch dazu fehlte ihm die Kraft. Er sah Blut vor ihm auf dem Boden. Er stolperte und wollte sich an irgendetwas festhalten, doch ehe er Halt hatte, zog er seine Hand wieder zurück. Er hatte direkt in den Säbel des Feindes gegriffen. Der lachte hämisch.
„Nein!“, flehte Fred. Der pochende Schmerz in seiner Schulter hatte er schon fast vergessen. Plötzlich bekam er in dem Gemetzel einen Schlag auf den Kopf. Ihm wurde schwarz vor Augen und er spürte noch, wie er auf das Harte Holz des Decks knallte. Noch immer hörte er Schreie. Die Stimmen entfernten sich, sie wurden immer leiser und bald war alles still um ihn herum.

Fred blinzelte.
„Wo bin ich?“, fragte er mit schwacher Stimme. Der Sturm hatte sich gelegt. Er hörte Möwen über seinem Kopf und die Wellen ruhig gegen die Steinwände der Bucht schlagen. Mühsam drehte er sich auf den Rücken, was nicht einfach war, da er weder seinen ganzen rechten Arm, noch seine linke Hand spürte. Jeder Knochen seines Körpers schmerzte, davon abgesehen hatte er gewaltige Kopfschmerzen. Er griff sich an den Kopf.
„Was ist geschehen?“, fragte er erneut – ohne Antwort.
Fred richtete sich auf. Er rieb sich die Augen und blickte in das gleißende Sonnenlicht, woraufhin ihm die Augen brannten. Er sah, dass er über und über mit Blut übergossen war. Langsam begann er zu verstehen und schaute schockiert um sich. Überall auf dem Deck lagen die Körper seiner Crew – überströmt mit dunkelrotem Blut, mit klaffenden Wunden und verbogenen Gliedmaßen.
Fred rannte schockiert zu dem, der ihm am nächsten war, knickte aber sofort ein. Ein stechender Schmerz war in seine rechte Schulter zurückgekehrt.
„Bleib liegen, du Narr!“, schrie ihn jemand an und drückte ihn wieder auf dem Boden, bevor er sich seiner Wunde besah und verband. Fred erkannte, wer ihn so beschimpft hatte:
„Cäpt’n! Was ist los? Was hat keinen Sinn?“
Rauti blickte traurig auf den Boden. Fred konnte es nicht glauben, aber er musste feststellen, dass Rauti weinte.
„Tot! Alle tot! Die Piraten haben sie alle ermordet, nur du und ich, wir sind die einzigen Überlebenden!“
Das traf Fred härter, als jede Kugel und jede Klinge. Da war er erst eine Woche auf dem Schiff, bereit für England in den Krieg zu ziehen, und dann kamen englische Piraten und hatten seine ganze Crew gemordet.
„Aber … was sollen wir jetzt tun?“, fragte er mit schwerer Stimme. Rauti blickte gen Himmel und blinzelte. Es begann eine peinliche Pause, welche sich scheinbar ewig hinauszögerte. Schließlich sagte Rauti mit eben so schwerer Stimme:
„Ich weiß es nicht.“


Zuletzt von Beth Petri am Mo März 09, 2009 10:56 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Das Leben des Frederik Linney

Beitrag  Gast am Mo März 09, 2009 10:55 pm

Kapitel 3 – Der neue Weg

Die Abendsonne tauchte die Klippen zu beiden Seiten des Schiffes in ein romantisches dunkelrot, während es unten auf dem Schiff schon nahe zu in der Stille der Nacht lag. Das Meer war ruhig, und hätten Rauti und Fred nicht gewusst, dass die roten Streifen im Wasser das Blut ihrer verstorbenen Kameraden waren, dann hätten sie wohl geglaubt, dass auch das auf das Konto der Abendröte ging, welche das Meer zu einer goldgelben, orangerote und dunkelrote Ebene machte.
Die beiden waren allein auf dem Deck. Fred hatte darauf bestanden, dass sie die Leichen nach Hause brachten um sie dort zu bestatten, doch Rauti konnte ihm klar machen, dass die Heimreise eines solchen Schiffes mit nur 2 Mann ewig dauern würde, und so hatten sie die Leichen ins Wasser geworfen. Wenigstens die Fische schien das zu freuen.

„Was sollen wir jetzt tun?“, fragte Fred erneut.
„Verdammt ich weiß es nicht, okay?!“, blaffte Rauti ihn an. Er bebte am ganzen Körper, wobei das Beben langsam in ein Zittern überging. Er strich sich die dunklen langen Haare aus dem Gesicht und wischte den Schweiß von der Stirn. Er drehte sich um und sah gen Himmel. Die letzten Strahlen der Sonne schienen die Klippen streicheln zu wollen, ehe sie rundherum in eine schwarze Nacht gehüllt wurden. Zwar konnte Fred nicht sehen, was in Rautis Gesicht vor sich gehen, doch er wusste, dass in eben diesem Moment eine einsame Träne über dessen Wange kroch und lautlos am Kin herabtropfte, denn ihm ging es selbst genau so.
Fred schluckte den Klos, der in seinem Hals steckte, schmerzhaft herunter und sagte mit belegter Stimme: „Rauti, das alles ist schlimm, klar, aber so kann es nicht weiter gehen!Wir müssen vom Schiff. Ich habe gesehen, dahinten gibt es einen kleinen Weg, der durch den Stein nach oben führt…“
Zunächst schien es so, als könne Rauti Fred nicht hören, doch schließlich drehte er sich um und Fred erkannte im dunklen, dass er nickte.
„Ja, las uns aufbrechen.“ Auch wenn sie nicht weiter sprachen, wussten sie, dass sie nun gut einen halben Kilometer schwimmen mussten. Sie zogen Schuhe und Strümpfe, sowie die mit blutgetränkten Laken, welche eins an ein T-Shirt erinnern sollten, aus und stürzten sich kopfüber ins Wasser. Das Wasser war zwar nicht eiskalt, da die ersten warmen Sommertage schon begonnen hatten, doch war es recht kühl und führte dazu, dass Rauti noch mehr zitterte, als er es ohnehin schon tat. Stumm schwammen sie im geübten Kraulstil zum schmalen Felsspalt, den Fred beschrieben hatten. Zunächst mussten sie einige Zeit suchen, bis Fred rief:
„Hier! Ich hab den Weg!“ Sie kletterten aus dem Wasser, sodass schwere Tropfen aus ihren Hosen tropften und den Weg, den sie zurücklegten, kennzeichnete. Plötzlich sagte Rauti schockiert, nachdem sie circa 10 Minuten eine schmale Steintreppe emporgestiegen waren:
„Fred! Fred, schau mal! Da sind Fackeln! Hier sind Menschen!“
Fred schaute ihn düster an. Das letzte Licht der ersten Flamme erhellte sein Gesicht auf gefährliche Art und Weiße.
„Was ist?“, fragte Rauti.
„Cäpt’n, tut mir Leid, das zu sagen, aber woher wissen wir, dass sie friedlich gesinnt sind?“
Rauti klappte der Mund auf, Daran hatte er nicht gedacht.
„Verdammt, du hast Recht! Und lass das mit dem „Cäpt’n“! Hast du dein Messer dabei … sehr gut. Lass uns auf Beutejagd gehen!“, sagte Rauti, strich sich wieder das dunkle lange Haar, welches nun vor Nässe triefte, aus dem Gesicht. Doch diesmal war etwas eindeutig anders. Diesmal war kein Zittern in der Stimme, keine Angst und Trauer. Fred merkte, dass Rauti wieder vom Feuer und der Abenteuerlust gepackt war, dass er etwas unternehmen wollte. Und er stellte fest, dass es ihm genau so ging.

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Re: Das Leben des Frederik Linney

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